Pressemitteilungen & News Aktuell

Seelsorge in der Psychiatrie - Ein Fallbeispiel

Ein 17jähriger Jugendlicher aus Eritrea wurde wegen zwei Selbstmordversuchen in die Psychiatrie aufgenommen. Die islamische Seelsorgerin wurde gebeten mit ihm zu sprechen. Ihr erster Eindruck: Labiler Zustand, zitternd (mit den Beinen und Körper), innerlich unruhig. im Raum ständig hin und her schweifender Blick. Aber er war ansprechbar. Die Ärztin und  Psychiaterin war ebenfalls anwesend.

Die Ärztin hatte oft mit ihm in Deutsch gesprochen, aber keinen Zugang zu ihm finden können, obwohl er Deutsch versteht und spricht. Die islamische Seelsorgerin fand nun sofort jedoch Zugang, indem Sie  Arabisch mit ihm sprach, seine zweite Muttersprache, die Sprache seiner arabischen Mama. Als er die Seelsorgerin ihrem Hijab (Kopftuch) sah und sie ihn mit einem dem vertrauten "Salam alaikum" begrüßte hat, erwidert er, ein Muslim,  den Friedensgruß und war gleich offen mit ihr zu reden.  

Die Seelsorgerin stellte sich vor mit ihrem Namen, der Herkunft und ihrer Seelsorgeaufgabe vor, lud ihn dann zu einem Gespräch darüber ein, worüber er sprechen oder von sich erzählen möchte. So entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch auch über seinen Weg nach Deutschland und seine Familie, seinerseits ganz ohne Hemmungen, auch von Dingen, die von der Seelsorgerin nicht angesprochen worden waren. . Es tat ihm sichtlich gut in einer vertrauten Sprache und mit einer Schwester im Islam zu sprechen.

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Start zweiter Ausbildungsgänge für islamische Krankenhausseelsorgerinnen und Seelsorger in Mannheim und Stuttgart Anfang 2016

Die Bearbeitung der Metropolregion Rhein-Neckar bis Mainz und Darmstadt und des Großraums Stuttgart mit Schwäbisch-Hall, Heilbronn, Ludwigsburg, Pforzheim, Tübingen, Kirchheim, Reutlingen und Esslingen Region wurde mit Informationsveranstaltungen für Führungskräfte der Krankenhäuser und psychiatrischen Zentren und die Integrations-beauftragten der Städte und Kreise im Oktober und Anfang November in Mainz, Darmstadt, Mannheim und Stuttgart gestartet.

Die Ausbildungsstandorte Mannheim und Stuttgart wurden gewählt, um den Ausbildungsteilnehmern akzeptable Wegstrecken zu ermöglichen. Bis Mitte November werden die Moscheevereine und anderen muslimischen Vereine wie Sport- und Elternvereine, die Volkshochschulen und andere für die Informationsverbreitung wichtige Zielgruppen zunächst mit Broschüren, Ausbildungsflyern und Plakaten auf die Initiative aufmerksam gemacht.

Im November, Dezember und Januar 2016 finden Informationsveranstaltungen für am Thema "Islamische Seelsorge" interessierte Bürger und Ausbildungsbewerber/-innen statt. Die wichtigsten Aspekte der Seelsorge und damit Betreuung von Muslimen im Krankenhaus werden vorgestellt, ebenso das Ausbildungskonzept und damit zusammenhängende Aspekte wie die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren.

Dazu nachstehend nähere Informationen und die Termine. Die genauen Orte sind jetzt in der Abstimmung mit den Integrationsbeauftragten der Städte und werden nach und nach hier veröffentlicht.

Referent/in Datum Ort Einrichtung und Straße
Yalcin Tekinoglu 22. Nov. Darmstadt DITIB Merkez Camii, Riedstraße 16
Vesile Soylu

22. Nov.

Mainz

ZMO, Zusammenarbeit mit Osteuropa,
Karl-Zorgiebel-Str. 2
Yalcin Tekinoglu

29. Nov.

Mannheim

Yavuz Sultan Selim Moschee,
Luisenring 28
Mustafa Özkan

29. Nov.

Weinheim

DITIB Mevlana Moschee,
Bergstraße 149
Mehmet Kücük

6. Dez.

Neustadt

um 12.30 Uhr Fatih Moschee,
Europastr. 20
Vesile Soylu

13. Dez.

Stuttgart

TREFFPUNKT, Rotebühlplatz 28,
Raum A302/303
Mehmet Kücük


20. Dez.


Nürtingen


Bürgertreff Nürtingen
Marktstraße 7
72622 Nürtingen
Mehmet Kücük


10. Jan.


Calw


Gemeinschaftsraum (4.OG)
Kliniken Calw
Eduard-Conz-Str. 6
Yalcin Tekinoglu

10. Jan.

Schwäbisch-Hall

Diakonie-Klinikum,
Diakoniestraße 10
Yalcin Tekinoglu 17. Jan. Bruchsal im Campus 1, Biologiesaal 2. OG
Mehmet Kücük

17. Jan.

Ludwigsburg

Kulturzentrum Ludwigsburg,
Wilhelmstraße 9/1


Die Veranstaltungen für Publikum finden immer sonntags in der Zeit von 15.00 bis 17.00 Uhr statt.
Die Orte wurden so gewählt, dass keine größeren Entfernungen zurückzulegen sind.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei den Integrationsverantwortlichen, ebenso bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kreisen und Städten für die tatkräftige Unterstützung bei den Informationsveranstaltungen, insbesondere bei der Bereitstellung von Räumen, bedanken.

Ausführliche Informationen zum Thema Islamische Seelsorge können Sie sich hier ansehen oder auch herunterladen: Broschüre, Ausbildungsflyer

Informationsveranstaltungen

Falls Sie über Terminänderungen per E-Mail informiert werden wollen, schicken Sie uns bitte eine Benachrichtigung an die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und wir werde Sie in den Mail-Verteiler aufnehmen.
Ihr Mannheimer Institut

Islamische Seelsorge im Krankenhaus, in Notfällen und im Gefängnis bis 2017 flächendeckend in Baden-Württemberg

Islamische Krankenhausseelsorge

Zunächst ein Rückblick: Von 2008 bis 2010 wurden 32 islamische Seelsorger/-innen für den Einsatz  als Krankenhaus- und Notfallseelsorger/-innen in fünf Bundesländern vom Mannheimer Institut in Kooperation mit der Ev. Akademie der Pfalz ausgebildet. Diese Pilotausbildung wurde vom Bundesinnenministerium gefördert.

Nach der Evaluierung in 2011 wurden dann im ersten Halbjahr 2012 konzentriert auf die Metropolregion Rhein-Neckar neunzehn Krankenhausseelsorger/-innen für 21 aufnehmende Krankenhäuser und psychiatrische Einrichtungen ausgebildet. Ohne die Förderung der Georges-Anawati- und Dr. Buhmann Stiftung wäre dies trotz der Ausbildungskostenbeteiligung von Krankenhäusern, Städten und vereinzelt Moscheevereinen nicht möglich gewesen. Ehrenamtlich aktiv sind noch zwölf von ihnen, die anderen haben sich mit Blick auf das Familieneinkommen nach nun drei Jahren und ungefähr 900 bis 1100 Stunden Einsatz für eine vergütete Tätigkeit entscheiden müssen, was sehr bedauerlich ist.

Sie fehlen nun in den Einrichtungen, sie fehlen den Patienten, auch den Angehörigen, dem Pflegepersonal und den Ärzten in immer wieder auch lebenskritischen Situationen. Wenn man eine kürzlich von allen Seelsorger/-innen zusammengetragene Fallsammlung liest, dann fallen zwei wichtige Merkmale auf: 1. Die Seelsorgearbeit bedingt eine enorme psychische wie physische Belastung. 2. Die direkte Betreuung betrachtend sind keine Unterschiede zur Betreuung der christlichen Patienten und Angehörigen durch kath. und ev. Seelsorger/-innen zu erkennen.

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